Als ich in Dortmund lebte, war ich natürlich Fan von den schwarz-gelben Borussen. Jetzt bin ich begeistert von meinen schwarz-gelben Mädels“ – sie sind deutlich bescheidener und jede Saison erfolgreich. Wie es dazu kam...

Mein Weg zur Imkerei

"Süßer Genuss", das ist die Erinnerung an ein Honigbrot an einem warmen Sommertag beim Abschlussnachmittag eines Bienenpraktikums, das ich während meines Biologie-Studiums in Tübingen absolviert hatteUnd gleichzeitig Ehrfurcht vor dem faszinierenden Sozialverhalten von etwa 20.000 Individuen im Bienenstock. Gemeinsames Tun als Lebensgrundlage! Das war mein erster direkter Kontakt mit echten Bienenvölkern. Das ist lange her.

Bei einem Streuobstwiesenkurs vor drei Jahren bin ich nun wieder „auf die Bienen gekommen“: Hubertus Rölleke, der diesen Kurs leitete – selbst Imker – hat mit seinen Ausführungen über die Bestäubungsleistung und das Wesen der Bienen erneut nachhaltigen Eindruck auf mich gemacht, so dass ich beschloss, nun auch zu imkern. 

Die ersten beiden Völker bekam ich von meiner Schwester aus Süddeutschland – sie imkert schon seit vielen Jahren. Die erste von mir initiierte "Völkerwanderung" – im Pkw und von Süddeutschland nach Göttingen! Diese beiden Völker musste ich nun also über Herbst und Winter bringen  auf Rat und Tat von "alten Hasen" und Selbststudium konnte ich mich dabei verlassen. Sozialverhalten unter ImkerInnen. Seitdem bin ich auch Mitglied im Imkerverein Dransfeld.

Das praktische Handwerkszeug der Imkerei erlernte ich im darauffolgenden Jahr in einem JungimkerInnenkurs. Mit dem Erlernten gelang es, aus zwei Völkern vier zu machen. Und welche Freude, das erste eigene (bzw. das meiner Bienen) flüssige Bienengold zu ernten!

Jetzt im dritten Jahr sind es nicht nur 6 Völker geworden, ich habe mit Helma und Stefanie auch zwei wunderbare Mitimkerinnen an der Seite, mit denen das Ganze noch mehr Spaß macht und neue Ideen und Möglichkeiten ins Spiel kommen.

Mein Credo beim Imkern

Den Bienen soll es gut gehen und mir auch. Mir geht es gut, wenn ich mich mit Dingen beschäftige, die ich gerne tue, wenn ich draußen bin, Natur mit allen Sinnen erlebe, in der Natur handwerke. Welche Pflanzen werden von meinen Bienen aufgesucht? Ist mein Garten bienenfreundlich, liefern die Pflanzen wertvollen Pollen und Nektar für die Bienen? Wo fliegen die Bienen hin, um an Nahrung zu kommen? Ich beobachte das Treiben vor den Bienenkästen – mit jedem Neuen verändert sich auch der Blick und die Aufmerksamkeit und es entsteht eine neue Verbindung zur Natur. Aber auch: beim Blick in die Bienenbeuten (so nennen ImkerInnen die Bienenhäuser) fasziniert sein, wie dieses emsige Treiben nach einem Plan verläuft. Und dass es glücklich machen kann, wie Handwerk in und mit der Natur ein wertvolles und gesundes Lebensmittel hervorbringt.

Meine Bienen und ihr Honig – mein Lebensmittel

Beim Imkern ist mir ein möglichst naturnahes Handwerken ein besonderes Anliegen. Das heißt:

• Keine Massenproduktion – klein aber fein! und daher keine oberflächliche Bienenschau, sondern achtsame Fürsorge und Hege der Bienen unter Berücksichtigung ihres natürlichen Entwicklungsstands
• Bienenstandort lokal und naturnah – in einem üppigen biologischen Blumengarten mitten in Groß Ellershausen
• Bienenbeuten aus Holz mit natürlichen Ölen gegen Witterungseinflüsse geschützt
• Mittelwände aus eigenem und bei Bedarf zugekauftem rückstandsfreiem Biowachs
• regelmäßigBefallskontrolle der Bienen auf Schädlinge – und darauf angepasste Behandlung mit zugelassenen organischen Säuren (Ameisensäure, Oxalsäure), die sich weder im Wachs noch im Honig anreichern und auch nur nach der Honigernte.

Das Resultat – ein gesunder und wertvoller Honig. Und ein Lebensmittel, das gleichzeitig zum Erhalt unserer Natur beiträgt.

In Groß Ellershausen finden Sie in der Straße Am Alten Krug 4 "Elli's Honig-Kiosk" im offenen Carport. Dort können Sie den leckeren Honig zu jeder Zeit selbst abholen und sich ein Rezept-Heft oder einen Info-Flyer über das "Netzwerk Blühende Landschaft" mit Pflanztipps für einen bienenfreundlichen Garten mitnehmen.