Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.

Wilhelm Busch


Wann, warum und wieso

Aktuell betreue ich acht Bienenvölker. Kontakt zu Bienen habe ich über meinen Vater erhalten. Die Bienen begleiten ihn von Kindesbeinen an. Vor vierzig Jahren hat er nach längerer Pause wieder mit einer kleinen Hobbyimkerei begonnen. Drei eigene Bienenvölker versorgte ich erstmals von 1985 bis 1995 in Magazinbeuten, den sehr verbreiteten „Bienenwohnungen" (Bienenbeuten)Auch ich legte aus beruflichen und familiären Gründen eine Pause ein. Wiedereingestiegen bin ich 2011 in die Bienenhaltung meines Vaters,  mit seinen Bienenbeuten, die Golzbeuten, die in festen Bienenständen bzw. einem Bienenwagen geschützt untergebracht sind. Bei diesen nicht sehr oft anzutreffenden Beuten empfinde ich das Arbeiten mit und an den Bienen als sehr entspannend. Zwar sind manche Arbeiten langwieriger bzw. umständlicher als in den modernen Magazinbeuten, aber diesen Nachteil nehme ich dafür gerne in Kauf. 

Mich fasziniert der Mikrokosmos Bien, das Zusammenspiel der Tiere innerhalb eines Volkes. Bienen erweitern für mich den Blick auf die Umwelt, ich gucke genauer hin, was blüht, welche Insekten sind unterwegs, eingebunden in ein stärkeres Wahrnehmen des Jahreszeitenrhythmus. Staunend über ihren Wabenbau und ihren eingetragenen Honig stehe ich im Frühjahr über den geöffneten Beuten, der Geruch ist wunderbar. 

Und ach ja der Honig: es ist schön ein Lebensmittel bereitzustellen (mit Hilfe der Bienen). Es schmeckt und riecht jedes Jahr etwas anders. Die Ernte ist jedes Mal ein Highlight: in dem Schleuderraum gucken alle aus der Familie von 2-81 Jahren vorbei und probieren. Sich um die Bienen zu kümmern und zu sehen, es geht ihnen gut, ist äußerst zufriedenstellend. 

 

Und sonst: 

Mir ist es wichtig weiterzugeben, wie wichtig und beachtenswert die Bienen sind. Seit drei Jahren haben befreundete Imker / Imkerinnen jährlich jeweils einen Bienentag in der örtlichen Grundschule mit Unterstützung des regionalen Umweltzentrums durchgeführt. Wenn die Kinder Kontakt bekommen zu den Tieren, ohne Scheu einen Drohn auf die Hand nehmen und in ein Bienenvolk gucken, beim Bienenspiel die Lebensweise in einem Bienenvolk kennenlernen, Honig probieren und man sieht, dass die Kinder richtig dabei sind, dann ist das wunderbar.  

Dem Beutensystem ist bei uns eigen, dass Bienen nicht durch uns auf die Reise geschickt werden (Reisepläne machen sie alleine durch gelegentliches Schwärmen). Sie bleiben das ganze Jahr an einem Ort  (Standimkerei), so dass der vor Ort vorhandenen Tracht (bienennährenden Pflanzen) eine große Bedeutung zukommt. Hier sind Austausch und Unterstützung mit den örtlich wirtschaftenden Landwirten wichtig und funktionieren sehr gut. 

Neu sind die Kooperation und der bereichernde Austausch mit Elisabeth und Stefanie, es bringt noch mehr Freude an der Imkerei. Mal sehen, was für spannende Dinge sich hier entwickeln werden.     

Meine Bienenvölker stehen in einem privaten Garten in Hetjershausen, umgeben von vielen verschiedenen Früchten und Blüten.